
Am 24. März 1973, also heute vor 50 Jahren, schrieb Eintracht Braunschweig Fußballgeschichte. Rund fünfeinhalb Jahre nach dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft war der Klub klamm und rang um sein finanzielles Überleben. Günter Mast, am Fußball nicht sonderlich interessierter, aber geschäftstüchtiger Spirituosenfabrikant aus dem benachbarten Wolfenbüttel, hatte die Lösung parat: „Ändert euer Vereinswappen in mein Firmenlogo, und ihr bekommt 100.000 DM!“
Ursprünglich hatte Mast sein Firmenlogo zu Werbezwecken auf das Eintracht-Jersey drucken lassen wollen, was vom DFB jedoch mit Verweis auf die Statuten abgelehnt worden war. Auf der Spielerbrust sei lediglich das Vereinsemblem erlaubt, hieß es. Also griff Mast in die Trickkiste und ließ die Mitglieder der Eintracht am 8. Januar 1973 über ein neues Wappen abstimmen. Statt eines Löwen zeigte der zur Abstimmung stehende Entwurf einen Hirschkopf mitsamt Kreuz-Halo über dem Kopf … und war das Markenzeichen von Masts Premiumprodukt „Jägermeister“. Dazu gab es die Buchstaben "E" und "B", und fertig war das neue Eintracht-Emblem. Mit 145 Ja-Stimmen und sieben Enthaltungen winkten die BTSV-Mitglieder den Mast-Coup souverän durch. Zähneknirschend gab der DFB grünes Licht, denn Vereinswappen auf den Trikots waren ja erlaubt.
Dieser Text stammt in Auszügen aus dem Buch "Fußballwappen" von Hardy Grüne, das hier über unseren Shop bezogen werden kann
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